PROJEKTWOCHEN

Zum Beispiel: Afghanistan
ab Klasse 9
...zu globaler Macht und lokaler Not...

neuronet
Klasse 4-6
...zu Selbstkompetenz und Schöpfertum...

TAGESWORKSHOPS

Kein Öl ohne Krieg,
kein Krieg ohne Öl?

ab Klasse 10
...zu Gier, Chaos und Flucht...

Wer bezahlt für mein
neues Smartphone?

ab Klasse 8
...zu Wohlstand hier und Ressourcenkonflikten da...

Flaschenpost
im Supermarkt

Klasse 5-7
...zu Kommerz, Zerstörung
und Menschenrecht...


"Zum Beispiel: Afghanistan"

Theater- und Musikprojekt zu emotionalen Aspekten von Heimatlosigkeit und zu politisch und kulturell bedingten Fluchtursachen

zeitlicher Umfang: 1 Woche
Zielgruppe: ab Klasse 9


In einem Interview berichtet der junge Afghane Amir detailliert von seinem Leben: von den Gründen für die Flucht der Familie aus Afghanistan im Jahr 2002, von der bedrohlichen Situation die ihn zwang, 2016 aus dem Iran zu fliehen und Mutter und Bruder dort zurück zu lassen, von der aktuellen Ungewissheit seiner Perspektiven in Deutschland und seinen Hoffnungen und Sehnsüchten in Bezug auf die Zukunft.

Dieses Interview ist die Basis für unsere Arbeit mit Jugendlichen, die selbst in etwa gleichen Alters sind, wie Amir. Anhand seiner Geschichte zeigen wir globalpolitische Zusammenhänge auf, die seit Jahrzehnten als Ursachen massiver Fluchtbewegungen identifizierbar sind. Die intensive Beschäftigung damit ermöglicht den Jugendlichen ein vertieftes Verständnis für die Auswirkungen rücksichtsloser Machtpolitik für unzählige Menschen im globalen Süden.

Unter professioneller Anleitung erkunden die Jugendlichen grundlegende emotionale Erfahrungen mit performativen Mitteln, wie z.B. die Trennung von der Familie, die Furcht und Ungewissheit, aber auch Hoffnung und Zuversicht. Durch das Ausloten der eigenen Empfindungen der Teilnehmenden vor dem Hintergrund von Amirs Heimatlosigkeit qua Geburt rückt dessen Geschichte Stück für Stück näher und bewirkt ein sowohl kognitiv, als auch emotional und sinnlich starkes Beteiligt-Sein.

Die Original-Tonaufnahmen des Interviews mit Amir in seiner Muttersprache Dari schaffen einen sinnlichen Zugang zu seiner Person und Kultur. Im Verlauf des Projektes werden mit den Jugendlichen Interview-Sequenzen entwickelt und als Audiomaterial in eine Klangcollage eingebunden. Das Verweben der Tonspuren kommt dem Verknüpfen unterschiedlicher kultureller und persönlicher, dabei auch fremdartiger und miteinander kontrastierender Qualitäten gleich. Fragen der Verunsicherung durch das Unbekannte, Nicht-Deutbare können daran verhandelt werden.

Im Projekt eröffnen wir den Teilnehmenden durch die Vermittlung von Wissen und dessen Reflexion, durch Übung, Impuls und Experiment sowie durch die Diskussion von Haltungen und Überzeugungen die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung mit dem Material. Nicht allein aus Amirs konkreter Geschichte wird im Zuge dessen ein musikalisch-performatives Gesamtwerk geformt, sondern aus den vielschichtigen individuellen Auseinandersetzungen damit. Die Jugendlichen verleihen Ihren in diesem Prozess gewonnenen Erkenntnissen einen lebendigen Ausdruck.


Mudar Ramadan, Ynez de Zilón, Stephanie Reuter
email: yp@ynezdezilon.com, phone: o178 5579727